Kleiberg

Ehemaliger Truppenübungsplatz

Bis 2004 wurde Naturschutzgebiet mit dem sperrigen offiziellen Namen „Ehemaliger Standortübungsplatz bei Büecke“ noch militärisch genutzt, aber schon während dieser Zeit kamen hier selten Tier- und Pflanzenarten vor. Vor allem das Fehlen einer intensive Landwirtschaft, die es hier nie gab, führte zu den besonderen Standortbedingungen.                             

Das alte Militärgelände liegt auf der sanft geneigten Nordabdachung des Haarstrangs, hoch über der Stadt Soest mit ihren markanten Kirchtürmen. Drei streckenweise schluchtartige Trockentäler, so genannte Schledden, durchschneiden das Schutzgebiet von Süd nach Nord. Dazwischen liegen offene Hochflächen. 2013 ist hier in Teilen eine Ganzjahresweide mit auerochsenähnliche Taurusrinder und wildpferdähnlichen Konikpferde entstanden. Besucher können weite Ausblicke über die Westfälische Bucht, Einblicke in das Familienleben der Weidetiere und Vogelbeobachtungen genießen.

Hauptgrund für die Ausweisung zum Naturschutzgebiet war das Vorkommen der Gelbbauchunke,einer Amphibienart, die in Nordrhein-Westfalen vom Aussterben bedroht ist. Auf dem Kleiberg leben außerdem Geburtshelferkröte, Feuersalamander und Blindschleiche – sie alle lassen sich aber nur selten sehen, am ehesten an warmen, feuchten Tagen. Gut beobachten lassen sich dagegen Feldlerche, Goldammer, Baum- und Wiesenpieper, die von Mitte April bis Ende Juni im Offenland sehr aktiv sind. Neuntöter sitzen gern auf Dornbüschen und lauern auf Insekten. Typische Pflanzenarten des Kleibergs sind die Dornige Hauhechel und das Großes Tausendgüldenkraut, die auf den mageren Böden gedeihen.

Dornige Hauhechel, W. Schubert

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